TuS Freya Friedewalde 1920 e.V.

Mit Tüchern, Seilen und Zeitungen

23.01.2012 - 
Ursula Salberg macht "Sport im Altenheim" - ein Pilot-Projekt des TuS Freya Friedewalde

Petershagen-Friedewalde (jk). „Wir wollen doch fit bleiben“, sagt Heinrich Küster. Der 80-jährige Oberlübber lebt jetzt im Alten- und Pflegeheim Kruse in Friedewalde und nimmt dort an der Sportstunde teil, die von Ursula Salberg  geleitet wird. Das Angebot „Sport im Altenheim“ gibt es in dieser Form im Kreis Minden-Lübbecke noch nicht, und der TuS Freya Friedewalde geht damit neue Wege.
„Wir haben seit vielen Jahren den guten Kontakt zum Alten- und Pflegeheim Kruse und sind in einem Gespräch auf diese Idee gekommen“, sagt Freya-Vorsitzender Jürgen Krüger, der gemeinsam mit Jan-Frederic Krutschek, zuständig beim TuS Friedewalde für Breitensport, das Pilot-Projekt koordiniert. Zu klären war in erster Linie die Trainerfrage, danach ging es darum, einen geeigneten Raum zu finden und in dritter Stufe standen die sportlichen Inhalte an. Mit Ursula Salberg fand der TuS eine Diplom Heilpädagogin, die in Friedewalde wohnt, die Zeit und auch das Interesse mitbringt. Der Turnraum ist nach dem Um- und Neubau des Alten- und Pflegeheims Kruse im Dezember fertig geworden, und seitdem treiben zwischen sechs und acht Bewohner regelmäßig einmal in der Woche, immer donnerstags von 10 Uhr bis 11 Uhr, Sport.

Bei den Inhalten orientiert sich Ursula Salberg an die Fähigkeiten ihrer Sportlerinnen und Sportler. Heinrich Küster zum Beispiel ist halbseitig gelähmt, Marianne Barndt sitzt im Rollstuhl. Andere Teilnehmer wiederum sind, ihrem Alter entsprechend, körperlich gesund, weisen aber Anzeichen von Demenz auf. Das Training beginnt mit Aufwärmübungen, wie den Kopf drehen, Arme schwingen, Beine anheben oder auf der Stelle laufen - wer es kann. Im mittleren Teil stehen oft Kräftigungs- oder Koordinierungsübungen auf dem Programm. Dazu benutzt Ursula Salberg in der Regel Material wie Tücher, Luftballons, kleine Bälle, Seile, Zeitungen, Papierrollen oder sogar Joghurtbecher. Die 51-jährige C-Lizenzinhaberin (Breitensport) ist dabei immer wieder überrascht, wie motiviert sich ihre älteren Sportler an die Übungen wagen. „Da täuscht man sich manchmal“, sagt Salberg. Zum Abschluss der Sportstunde hat die Trainerin immer Spiele im Programm: Schlappi hat den Hut verloren, Sitztanz (mit Musik) oder sogar Fußball mit Luftballons sind Beispiele.

Weil es für ein derart spezielles Training derzeit nur begrenzte Weiterbildungsmöglichkeiten gibt, wird Ursula Salberg die Unterstützung des Kreissportbundes Minden-Lübbecke in Anspruch nehmen. Der KSB bietet am Samstag, 28. Januar ein Tagesseminar zum Thema „Gedächtnistraining mit und durch Bewegung für Ältere und Hochbetagte“ an, bei dem sich Ursula Salberg angemeldet hat. Durchgeführt wird der Kurs bei den Johanniter-Ordenshäusern in Bad Oeynhausen, Referentin ist Kathrin Dietrich.
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